Grußworte der Schirmherren

Dr. Gerd Müller

Die ärztliche Versorgung von Menschen in Not- und Katastrophensituationen, der sich Ihre Sommerakademie widmet, hat sich im letzten Jahrhundert enorm verbessert. In den 1920er Jahren forderten allein Naturkatastrophen jährlich fast eine halbe Million Menschenleben. Heute liegt die Zahl der Opfer bei unter 100.000 pro Jahr – und das, obwohl sich die Weltbevölkerung seitdem vervierfacht hat. Viele Millionen Menschen verdanken ihr Leben dem großen Einsatz gut vernetzter und ausgebildeter multidisziplinärer Teams wie hier bei Ihnen.


Doch diese Fortschritte sind gefährdet!


Allein durch den menschengemachten Klimawandel könnten bis 2030 weitere 100 Millionen Menschen durch Dürren oder Überschwemmungen in ihrer Existenz bedroht sein. Bevölkerungswachstum und Urbanisierung führen dazu, dass immer mehr Katastrophen in immer dichter besiedelten Gebieten bewältigt werden müssen. Und derzeit gibt es weltweit etwa 50 bewaffnete Konflikte, die zum Teil seit Jahren andauern und die humanitäre Hilfe bis aufs Äußerste fordern, wie etwa in Syrien, in Afghanistan oder im Jemen.


Nicht nur die aktuellen Cholera- und Ebolafälle zeigen: Wo Konflikte die Gesundheitssysteme zerstören, wird ein eigentlich beherrschbarer Ausbruch zur Epidemie und damit zur Katastrophe. Neben unseren kontinuierlichen BMZ-Hilfsprogrammen für die Bevölkerung braucht es Fachkräfte, die in Krisensituationen schnell eingesetzt werden können.


Wir brauchen engagierte Bürgerinnen und Bürger wie Sie, die anderen in Katastrophensituationen zur Seite zu stehen. „Ich sehe Dich. Ich bin hier, um Dir zu helfen“ - das ist das Leitmotiv der   Katastrophenmedizin. Bewahren Sie sich diese Haltung!

 

Ihr Gerd Müller
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Thomas Strobl

Eine der ganz zentralen Aufgaben des Staates ist es, Sicherheit zu gewährleisten. Deshalb bereiten wir uns auch auf Einsatzlagen vor, von denen alle hoffen, dass sie niemals eintreten. Hierzu gehören gerade auch Ereignisse, bei denen eine Vielzahl von verletzten Personen zu versorgen sind. Die Menschen können sich darauf verlassen, dass ihnen in einer Notlage so schnell, so professionell und mit so guter Ausrüstung wie nur möglich geholfen wird.

Trotz unseres hervorragend funktionierenden und hoch professionellen Bevölkerungsschutzsystems entstehen im Katastrophenfall auch in medizinischer Hinsicht besondere Herausforderungen. Für diese ist eine zusätzliche Ausbildung notwendig. Ich freue mich deshalb sehr, dass sich die Sommerakademie Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe nun schon im zehnten Jahr mit diesem wichtigen Gebiet beschäftigt und dazu beiträgt, die Grundlagen der Katastrophenmedizin, auch mit ihren internationalen Bezügen, zu vermitteln und zu vertiefen.

Der Sommerakademie wünsche ich einen guten und gewinnbringenden Verlauf. Besonders danken darf ich den Veranstaltern, der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin, der Universität Ulm und dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm.
Ihr


Thomas Strobl
Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg

Gunter Czisch

Die Katastrophe kann viele Gesichter haben. Sie könnte als Explosion auftauchen, oder als entgleister Zug. Es kann sich im schlimmsten Fall auch um einen Terroranschlag handeln. Alle Extremsituationen eint, dass sie an die Einsatzkräfte ganz besondere Herausforderungen stellen, die sich deutlich von denen des medizinischen Alltags unterscheiden. Im Krisenfall gilt es unter widrigen Bedingungen klaren Kopf zu behalten, um mit rationalen Entscheidungen zu einer Deeskalation der Situation beizutragen - und damit Leben zu retten.

Die Sommerakademie in Ulm übernimmt in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal die wichtige Aufgabe, schon Medizinstudentinnen und Medizinstudenten ein erstes Verstehen, genauer ein richtiges Handeln für die Versorgung von Verletzten bei humanitären Einsätzen und Katastrophen nahe zu bringen. Die Studierenden lernen in den fünf Tagen in Ulm unter anderem, welche Akteure beteiligt sind, wie sich die rechtliche Lage darstellt, aber auch wie im Krisenfall die Aufgaben verteilt werden können. Es wird auch ganz praktisch trainiert, nach welchen Kriterien ein Arzt entscheidet, wer am dringendsten medizinische Hilfe benötigt. Die Erörterung ethischer Fragen und der Umgang mit fremden Kulturen bei Auslandseinsätzen stehen ebenso auf dem Programm.

Die Sommerakademie Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die optimale medizinische Versorgung von Menschen in großer Not und Gefahr. Dafür möchte ich auf diesem Weg allen Organisatoren und Beteiligten, vor allem aber auch allen aktiv teilnehmenden Studierenden meinen herzlichen Dank aussprechen.

Ich wünsche Ihnen allen erkenntnisreiche Tage und eine gute Zeit in Ulm. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei auch die Gelegenheit finden, die Stadt für sich zu entdecken - sei es bei einem Spaziergang entlang der Donau, bei einem Besuch im Münster oder auf einem Rundgang durch das historische Fischerviertel.

 

Gunter Czisch

Oberbürgermeister der Stadt Ulm