Grußworte der Schirmherren

Dr. Gerd Müller

Gesundheit ist Ziel, Voraussetzung und Ergebnis von nachhaltiger Entwicklung. Deshalb ist sie zentraler Bestandteil der Agenda 2030, auf die sich die Staatengemeinschaft im Septem-ber 2015 geeinigt hat. Gesundheit ist ein Menschenrecht und sie zu fördern Bestandteil ver-antwortungsvoller Regierungsführung.

Das Rahmenwerk der Vereinten Nationen zur Reduzierung von Katastrophenrisiken (Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015–2030)  stellt den Schutz der Gesundheit eben-falls in den Vordergrund und fordert ein umfassenderes Verständnis von Katastrophen, ein-schließlich biologischer und technologischer Gefahren und Epidemien.

Für die Entwicklungszusammenarbeit steht dabei neben schneller und wirksamer Hilfe vor allem die Prävention im Vordergrund. Unsere Aufgabe ist es, Strukturen für den Notfall auf-zubauen, um im Ernstfall personell und materiell ausreichend vorbereitet zu sein.

Beispielweise in Myanmar, wo wir nach dem verheerenden Zyklon Komen die Bevölkerung  bei der  Katastrophenvorsorge unterstützen, sei es mit Hilfe von Gemeindekomitees, die Freiwillige zu Ersthelfern ausbilden oder mit Gesundheitshelfern, die die Menschen über die Vorsorge vor Krankheiten beraten. In Nepal wurden nach dem Erdbeben von 2015 viele Ge-sundheitsstationen wiederaufgebaut. 60.000 Menschen haben nun wieder eine medizinische Grundversorgung und können ambulante Dienstleistungen wahrnehmen.

Gefährlichen Epidemien in den vergangenen Jahren, wie z.B. der Ebolaausbruch in 2014/15 haben gezeigt, dass schwache Gesundheitssysteme schnell von einem massenhaften Auftre-ten von Erkrankungen überfordert sind. Fachkräfte, die in Krisensituationen schnell eingesetzt werden können und gleichzeitig die kontinuierliche medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen, sind daher der Schlüssel für starke Gesundheitssysteme.

Hier setzt unsere Unterstützung an. Damit ein Krankheitsausbruch nicht zur Krise wird, haben wir beispielsweise nach der Ebolakrise in Westafrika im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine schnell einsetzbare Expertengruppe zur Prävention von Epidemien gegründet (SEEG). Für dieses Team brauchen wir Fachkräfte, die auch aus dem Bereich der Katastrophenmedizin kommen. Sie helfen bei der Diagnostik von Krankheiten und schulen das Personal vor Ort. Bei künftigen Katastrophen ist dieses besser vorbereitet, wie z.B. beim Lassafieber-Ausbruch, der Anfang des Jahres Nigeria heimgesucht hat. Leistungsstarke Gesundheitsstrukturen bleiben auch im Katastrophenfall funktionsfähig, beispielsweise durch die Herstellung und den schnellen Transport von Medikamenten und die Versorgung einer erheblich größeren Anzahl von Patienten.


Als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung freue ich mich, die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernehmen zu dürfen. Mit Ihrer Teilnahme an dieser Sommerakademie zeigen Sie, dass Sie auch in sehr schwierigen Situationen für andere Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Dafür danke ich Ihnen und wünsche Ihnen erfolgreiche und lehrreiche Tage in der Sommerakademie!

 

Dr. Gerd Müller
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Thomas Strobl

Wir haben es in diesem Jahr 2018 mit einer Hitzewelle und Trockenheitsperiode zu tun, die zu einer erhöhten Waldbrandgefahr führt. So ein Wetterphänomen, freilich darüber hinaus etwa auch drohende Hochwasser oder die terroristische Bedrohung gehören zu den gegenwärtigen Gefahren, mit denen wir umgehen und auf die wir uns einstellen müssen. Da ist es offensichtlich: Wir benötigen einen leistungsfähigen, schlagkräftigen Bevölkerungsschutz.

Mit Fug und Recht dürfen wir sagen: Wir haben eine Sicherheitsarchitektur in unserem Land, auf die sich die Menschen im Ernstfall verlassen können. Dies ist vor allem den vielen Menschen unterschiedlichster Profession zu verdanken, die in den Hilfsorganisationen, im Technischen Hilfswerk und in den Feuerwehren bereit sind, im Bevölkerungsschutz Baden-Württemberg mitzuwirken. Dass Ärztinnen und Ärzten hierbei eine Schlüsselrolle zukommt, ist selbstverständlich. Die ärztliche Aufgabe zeichnet sich bereits im sogenannten Alltag durch große Komplexität und sehr hohe Verantwortung aus. Dies gilt umso mehr in Katastrophenszenarien. Daher freue ich mich, dass auch in diesem Jahr eine ganz besondere Aus- und Fortbildungsveranstaltung, die Sommerakademie für Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe, veranstaltet wird. Es ist mir daher eine Freude und gleichzeitig eine bedeutende persönliche Angelegenheit, die Schirmherrschaft für diese großartige Veranstaltung zu übernehmen.

Lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, den Veranstaltern, der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin, ganz herzlich für die Organisation der Sommerakademie zu danken. Deren Zusammenarbeit mit der Universität Ulm und dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm sowie mit Akteuren des Bevölkerungsschutzes zeigt beispielhaft einen ganz wesentlichen Erfolgsfaktor der Katastrophenbekämpfung: interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kooperation. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern danke ich sehr für ihren Einsatz und wünsche eine lehrreiche und interessante Akademie!

 

Thomas Strobl

Stellvertretender Ministerpräsident

Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration

des Landes Baden-Württemberg

Gunter Czisch

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum wiederholten Mal lädt die Sommerakademie den medizinischen Nachwuchs zur Erprobung des Ernstfalls nach Ulm ein. Niemand hofft, dass solche Ernstfälle eintreten, und doch wissen wir, dass sie immer wieder geschehen. Es gibt sie am anderen Ende der Welt, manchmal aber auch in spürbarer Nähe. Ich freue mich, dass die Akademie diesem so wichtigen Bereich einen Raum bietet und heiße alle Teilnehmenden und Mitwirkenden herzlich willkommen!

Ärztinnen und Ärzten wird in Krisensituationen viel abverlangt. Sie müssen Ruhe bewahren, koordinieren und Prioritäten setzen, mit verschiedenen Akteuren kooperieren und Leben retten. Es lässt sich nur schwer vorstellen, wie man dieser Herausforderung im Fall der Fälle tatsächlich begegnen würde. Deshalb erhalten die Medizinerinnen und Mediziner in der Akademie nicht nur das theoretische Rüstzeug, sondern auch praktisches Wissen. Die Sichtung von schauspielerisch dargestellten Katastrophenopfern ist dabei eine bewährte Übung. Schülerinnen und Schüler des Schubart-Gymnasiums werden in die Rollen der Opfer schlüpfen, während die Akademieteilnehmerinnen und -teilnehmer die Verletzungen richtig einzuschätzen und die lebensbedrohlichen Fälle sofort zu behandeln haben.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern spannende und lehrreiche Tage in Ulm. Den Organisatoren und Mitwirkenden der Akademie danke ich herzlich für Ihr Engagement. Bei Besucherinnen und Besucherin von weiter her würde es mich freuen, wenn Sie die Gelegenheit finden, die Stadt für sich zu entdecken - Sei es bei einem Besuch des Ulmer Münsters, einem Rundgang durch das historische Fischerviertel oder einem Spaziergang entlang des Donauufers.

 

Gunter Czisch

Oberbürgermeister der Stadt Ulm