Nordirak-Projekt - 3,5 Tonnen MEdikamente

Die situation der flüchtlinge

In  den Gesundheitsstationen der Flüchtlingslager im Nordirak treten enorme Versorgungsengpässe auf. Die Ärzte geben ihr Bestes, aber ihnen fehlt es an Medikamenten. „Antibiotika und Schmerzmittel“ antwortete eine Kinderärztin auf die Frage, was sie am dringendsten benötigt. Ein Chirurg meinte, ihm fehlt es sogar an Nahtmaterial. „Normalerweise können wir hier bis zu 500 Patienten am Tag behandeln, aber es hat sich rumgesprochen, dass es keine ausreichenden Medikamente gibt. Deshalb kommen nur 100 Patienten.“ Vor der Flüchtlingskrise gab es eine relativ gute medizinische Versorgung. Aufgrund der Flüchtlingssituation ist das Gesundheitssystem aber annähernd am Limit. 

In manchen mobilen Kliniken arbeiten Flüchtlinge, die schon vorher in ihrer Heimat als Arzt, als medizinische Fachkraft oder im Labor gearbeitet haben. Sie erzählen uns, wie einschneidend die Flucht und der Verlust ihrer Existenz waren. Selbst für die Behandlung einfacher Krankheiten fehlen oft die dringend notwendigen Medikamente. Die Zukunft der Flüchtlinge ist ungewiss, ebenso wie lange diese Situation anhält, oder ob und wann sie in ihre Heimat zurückkehren können.

wir unterstützten mit einer Medikamenten-hilfslieferung im Oktober 2015

Die Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin und ihre Partner (action medeor e.V. und TOS Dienste International e.V.) unterstützten diese Menschen mit einer Medikamenten-Hilfslieferung. Ende Oktober 2015 konnten Medikamente im Wert von ca. 20.000 EUR an die Gesundheitsbehörde des Gouvernements Dohuk übergeben werden. Die pharmazeutische Abteilung der Gesundheitsbehörde  konnte mit Medikamenten wie zum Beispiel Schmerzmittel, Antibiotika Wurmmittel und Medikamenten zur Behandlung von chronisch Kranken (zur Behandlung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw.) unterstützt werden. Von ihrem Zentrallager aus können Hilfsorganisationen und Gesundheitsposten in den Flüchtlingslagern ihren Bedarf anfordern.

 

Angesichts der Tatsache das sich in der Region ca. 1,2  Millionen Flüchtlinge befinden, ist diese Lieferung verschwindend gering und dennoch eine große Ermutigung. Dr. Nezar Taib, Direktor der Gesundheitsbehörde sagte: „Jede Unterstützung ist uns eine Ermutigung, dass wir mit der Lage nicht alleine dastehen.“ Doch die Versorgungslage ist nach wie vor angespannt. Aktuell ist der Irak mit einem Choleraausbruch konfrontiert. Das betrifft vor allem den Süden, aber auch in der autonomen Region Kurdistan sind etliche Fälle bestätigt. Laut Aussage der Ärzte vor Ort ist ebenso zu erwarten, dass sich Masern wieder verstärkt ausbreiten.

 

Die Gesundheitsstation im Lager „Essiyan“ wird von 17 freiwilligen Helfern betreut, die allerdings keine ausgebildeten Ärzte sind. Die Helfer sind Pfleger, medizinische Assistenten, pharmazeutische Assistenten etc. Ein bis zwei Mal im Monat kommt ein Team von 3 Ärzten im Lager vorbei, da sie der Reihe nach alle Lager besuchen. Das Lager „Essiyan“ hat zurzeit 26.000 Einwohner. 

 

Zweite Medikamentenlieferung im April 2016

Im April 2016 konnte die Gesundheitsbehörde in Dohuk mit einer zweiten Medikamentenlieferung im Wert von über 70.000 EUR durch die Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin mit den beiden Partnern (action medeor e.V. und TOS Dienste International e.V.) überbracht werden. Ein herzliches Dankeschön für die großzügige Spende über action medeor.

 

Matthias Rekowski (SDIFKM), Martin Steinmetz (TOS Dienste International e.V.) mit dem Vertreter der Gesundheitsbehörde aus Dohuk (v.l.n.r.)
Matthias Rekowski (SDIFKM), Martin Steinmetz (TOS Dienste International e.V.) mit dem Vertreter der Gesundheitsbehörde aus Dohuk (v.l.n.r.)

Galerie Oktober 2015

Ansprechpartner

 

 

 

Matthias Rekowski

matthias.rekowski@katastrophenmedizin.org

 

Falls Sie fragen zum Projekt haben, wenden Sie sich gerne an Herrn Rekowski.

Lesen Sie auch hier den Kurzbericht von seinem Besuch vor Ort im Nordirak.